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Aquidauana - Ein Tor zum Pantanal

Die Weitwinkel-Flugaufnahme oben zeigt das Tafelgebirge Serra de Piraputanga, welche das südöstliche Pantanalbecken eingrenzt. Der kleine rote Punkt markiert die Position unserer "Chácara Anis", ca. 10 km ausserhalb von Aquidauana Richtung Campo Grande.

Die beiden Schwesterstädte Aquidauana und Anastácio liegen beidseits des Rio Aquidauana, ein wichtiger Zufluss des südlichen Pantanals. Heute zählen die beiden Pioniersiedlungen aus dem späten 19. Jahrhunderts rund 65'000 Einwohner. Die beiden Städte sind in stetem Umbruch und Wachstum. Aquidauana ist Durchgangsstation der einst legendären transkontinentalen Zugsstrecke von Baurú SP nach Santa Cruz de la Sierra (Bolivien). Der "Trem do Pantanal" ist ein Meisterwerk des Eisenbahnbaus, mit über 150 Holz- und Eisenbrücken zwischen Aquidauana und Corumbá, der Grenzstadt zu Bolivien. Der brasilianische Teil der in den achtziger Jahren stillgelegten Strecke wird gegenwärtig renoviert. Im Laufe von 2004 soll der Betrieb zwischen Campo Grande und Aquidauana wieder aufgenommen werden.

Der Pantanal wurde auf dem Flussweg besiedelt. Das Baumaterial der Siedlungen - Backsteine, Ziegel, Bodenplatten - machte die dreitausend Kilometer lange Reise von der Rio de la Plata-Mündung aus den Rio Paraná und den Rio Paraguai hinauf. Keramikmaterialien wie Wandkacheln und Bodenplatten stammten oft aus Südeuropa, während Ziegel und Backsteine auf dem eigenen Kontinent produziert wurden. So widerspiegeln die älteren Gebäude von Aquidauana den iberisch-südamerikanischen Baustil der Jahrhundertwende. Zeuge davon ist das Museu d'Aquidauana, welches nebst Gegenständen aus den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts auch Ausstellungen mit Werken lokaler Künstler präsentiert.

Der Pioniercharakter ist den Schwesterstädten erhalten geblieben. Läden mit Stromgeneratoren, Lampen, Laternen, Kettensägen, Handwerksutensilien und Reparaturwerkstätten prägen das Strassenbild. Hier wird der Bedarf gedeckt von zahllosen Fazendas (Gross-Farmen), die oft hunderte von Kilometer weit entfernt liegen. Die Landbevölkerung ist angewiesen auf die Infrastruktur der Stadt - unter anderem auf die medizinische Versorgung durch das Regionalspital und die Zahnärzte. Mit seinen Farmácias, Supermercados, Bars, Churascarias und einem hübschen Stadtpark versprüht Aquidauana den quirligen Charme einer prosperierenden brasilianischen Kleinstadt, die auch nachts erst spät zur Ruhe kommt. Die Feste an den Wochenenden dauern oft bis zum Sonnenaufgang...

Dank den Niederlassungen wichtiger Geschäftsbanken ist der Geldbezug über internationale Bancomat-Systeme wie EC und Maestro gesichert. Europäische GSM-Handy's mit Tripple-Band-Abdeckung haben innerhalb des Stadtgebietes von Aquidauana erstklassigen Empfang. Transport: Es bestehen Busverbindungen nach Campo Grande, Miranda und Corumbá. Zudem soll ja der Trem do Pantanal den Betrieb wieder aufnehmen – vorerst mit drei klimatisierten Passagierwagen, einem Speisesalon und einem Aussichtswagen der genaue Zeitplan ist noch offen. Aquidauanas Kleinflugplatz ist eingerichtet für Bedarfsflüge mit kleineren Maschinen (Graspiste).

   

c.burn@fazenda-pantanal.ch
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