Der Lebensraum Pantanal
Wie kein anderer anderer Lebensraum dieser Erde wird der Pantanal durch
seine Topographie bestimmt. In einer fast absolut flachen Ebene bewirken
kleine Höhenunterschiede von 200 - 500 cm zwischen einzelnen Zonen bereits
fundamental andere Lebensgrundlagen für die Tier- und Pflanzenwelt.
Der nachfolgende Text begründet, weshalb die "Fazenda
Pantanal" ein idealer Ausgangspunkt für Naturfreunde ist, die sich in der Tat
für die Fauna und Flora des Pantanals interessieren.
Der Lebensraum Pantanal
mit seinen Randgebieten erstreckt sich über eine Fläche von 195'000 km2 - Platz
genug, um Portugal, Österreich, Ungarn und auch noch Belgien darin
unterzubringen. Die Schweiz - unser Heimatstaat - hat darin viermal
Platz. Er umfasst weite Teile der brasilianischen Bundesstaaten Mato
Grosso und Mato Grosso do Sul (140'000 km2), den Nordosten von
Paraguay und die östliche Flanke von Bolivien. Mitten im
geografischen Herzen Südamerikas gelegen ist wird der Pantanal im Norden, Osten
und Süden eingerahmt von längeren Gebirgsketten und Hochebenen.
Ebbe und Flut im Jahreszyklus
In ihrem Gefälle von Norden nach Süden weist die riesige
Ebene eine kaum nachweisbare Höhendifferenz von nur 6 cm pro Kilometer auf. Auf
einer Länge von mehr als tausend Kilometer beträgt sie kaum 70 Meter. Auf
der Ost-West-Achse ist der Höhenunterschied etwas ausgeprägter: 25 cm pro
Kilometer. Die wichtigste Entwässerungsader des Pantanals, der Rio Paraguai
fliesst von 150 Meter ü.M. am Fuss der Chapada dos Guimarães nördlich von Corumba MT auf 80 Meter ü.M. im Norden Paraguays. Der Pantanal ist -
geografisch ausgedrückt - der untere Teil des hydrologischen Beckens des
Oberlaufs des Rio Paraguai - eine riesige Sumpflandschaft, wie ein Flussdelta im
Binnenland.
Jedes Jahr versinken ca. 70-80% der Region unter den Wasser
der Flutperiode, deren Pegel bis zu 5 Meter über der Trockenperiode liegen kann.
Der durchschnittliche jährliche Niederschlag von 900 - 1200 mm
konzentriert sich auf die brasilianischen Sommer-Monate November-März. Dadurch entsteht ein
Zyklussystem mit alternierenden Überschwemmungs- und Trockenperioden.
Die Überschwemmungen werden ausgelöst durch die Kombination
mehrer Faktoren:
- Die Flutwasser des Rio Paraguai
- Die Zuflüsse aus den umrandenden Hochebenen
- Die saison-bedingten Regengüsse
- Das geringe Wassergefälle
- Die Wassersättigungsfähigkeit der Böden (Hydromorphie)
- Der Rückstau des einzigen Abflussweges, dem Rio Paraguai
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